Dezember 2016

Fluch und Segen der Einheit – auch für die Ernst-Reuter-Oberschule im Wedding

Schulaufsichtsbeamte überfordert

Da war man gerade so weit, dass man dachte, auf dem richtigen Weg zu sein – auf der Ernst-Reuter-Oberschule, einer großen Sekundarschule im Gesundbrunnen. Endlich wieder mehr Anmeldungen für die 7. Klassen, endlich wieder mehr Akzeptanz bei den Eltern im Kiez.

Und dann das: 2015 Papierkügelchen auf Schauspieler im Admiralspalast, und jüngst die erschreckenden Berichte über den baulichen Zustand der Schule, Gewalt und entnervte Lehrerinnen und Lehrer. Nun hat ja das Schreiben von „Brandbriefen“ Konjunktur und nicht überall brennt’s dann auch wirklich. Was ist los an dieser ehemaligen Vorzeige- Gesamtschule des Altbezirks Wedding? Da lohnt es, mal zurückzuschauen!

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November 2016

Fehlbesetzungen – Rütlis Erben

Leserbrief von Rüdiger Barney veröffentlicht im TAGESSPIEGEL vom 27.11.2016

Ein Jammer, was aus der Ernst-Reuter-Oberschule, einer ehemaligen Vorzeigegesamtschule des Altbezirks Wedding geworden ist! Mit einem Nebensatz wird auf die offensichtliche Fehlbesetzung bei der Schulleiterin vor zwei Jahren hingewiesen. Wer trägt denn dafür die Verantwortung – doch wohl das mittlere Schulmanagement, das oft parteidevote Entscheidungen trifft. Seit Jahren ist unbestritten, welche Bedeutung dem Schulleiter für die Entwicklung einer Schule zukommt. Trotzdem muss eine Fehlbesetzung nach der anderen beobachtet werden. Konsequenzen für die Schulräte sind nicht bekannt. Es wird Zeit, dass diese Entscheidungsträger in ihrer Arbeit überprüft, kontrolliert und ggf. zur Rechenschaft gezogen werden. Auch die Schülerinnen und Schüler im Gesundbrunnen hätten das verdient gehabt!

Und der Leistungssport?

Leserbrief von Rüdiger Barney veröffentlicht in der Berliner Morgenpost vom 22.11.2016

Super, neue Koalition! Das zusätzlich eingeplante Geld für mehr Sport ist gut angelegt, ohne Frage. Allerdings vermisse ein Bekenntnis zum Leistungssport und Aussagen zur weiteren Förderung. Wie möchte sich Berlin in das Clustermodell des DOSB einpassen? Und wie soll es mit den Eliteschulen des Sports weitergehen, die sich durch mangelnden Zulauf in einer schwindenden Akzeptanz befinden. Ich bin gespannt, was sich Frau Scheeres einfallen lässt, um diese Schulen wieder attraktiver zu machen. Warten wir’s ab!

Der Fisch stinkt von oben …

Es ist ziemlich scheinheilig, den Berliner Lehrerinnen und Lehrern in bezug auf eine Selbstevaluation mangelnde Bereitschaft vorzuwerfen, wie kürzlich im Tagesspiegel passiert. Immerhin müssen sie ihren Unterricht alle fünf Jahre innerhalb der Schulinspektion zeigen und bewerten lassen. Dies gilt in verstärkter Form auch für die Arbeit der Schulleiter. Die Schulaufsichtsbeamten allerdings verstehen es seit Jahren, ihre Leistungen vor der Öffentlichkeit zu verstecken – warum wohl? Fürchten sie den Shitstorm oder sehen sie sich außerhalb des Systems? Es ist längst an der Zeit, dass die neue – und wohl leider auch alte – SPD-Bildungssenatorin hier ansetzt! Allein mir fehlt der Glaube, denn unter Genossen wird man da wohl eher wieder zögerlich vorgehen …

September 2016

Resümee der Politikerantworten zur Entwicklung der Eliteschulen des Sports

Auf meine Umfrage zum Rückgang der Schülerzahlen an der Poelchau-Oberschule haben alle elf angeschriebenen Politiker, mit einer Ausnahme geantwortet. Diese Ausnahme ist ausgerechnet die Abgeordnete Sandra Scheeres (SPD), im Moment auch Schulsenatorin! Da mache sich jeder sein Bild.
Übereinstimmend wollen alle Politiker die Eliteschule des Sports erhalten und fordern Schule und Verwaltung auf, sich überzeugender einzubringen. Allerdings, das bringt W. Bernhardt (FDP) am klarsten auf den Punkt, kann es kein Weiter-so geben. Ein Paradigmenwechsel wird mehrheitlich gefordert! So können es sich, abgesehen  von Frau Dr. Hiller (Linke), alle vorstellen, dass die Sportschüler auch nach dem Rückzug vom Leistungssport an der Eliteschule des Sports verbleiben, dann mit einem speziellen Curriculum versehen.
An der Frage des präferierten Schultyps scheiden sich die Geister: SPD, LINKE und Grüne präferieren die Sekundarschule, CDU und FDP das Gymnasium.
Einvernehmlich halten alle Politiker die Zusammenarbeit mit den Sportorganisationen für notwendig, betonen allerdings auch, dass diese im Konflikt hinter den schulisch-pädagogischen Interessen zurückstehen müssen. Den Einfluss von Hertha BSC auf die Entscheidungen der Schule sehen fast alle als zu stark, Dr. Albers (Linke) spricht hier sogar von einer „Kantholzpädagogik“ der Vereinsprotagonisten.

August 2016

„Meist langgediente Beamte mit dem richtigen Parteibuch“

(Rüdiger Barney in der Berliner Morgenpost vom 30.08.2016)

Dass Schulleiter Schulen auch in schwierigen Situationen „retten“ können lässt sich an einigen Berliner Beispielen der Berliner Schule belegen. Leider ist allerdings der umgekehrte Weg auch nicht selten! Es ist daher grundsätzlich zu begrüßen, dass die Bildungsverwaltung hier mit dem Einsatz außerschulicher Coaches zur Auswahl talentierter Lehrer die Initiative ergriffen hat. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass es sich hier um SPD – Wahlkampfgetöse für die blasse Senatorin handelt: denn im Zweifel wird zum Schluss doch wieder der Bewerber ausgewählt, der den kruden „Laufbahnvorsprung“ aufzuweisen hat, und das sind meist langgediente Beamte, gern auch mit dem richtigen Parteibuch! Auch dafür steht leider diese SPD-Bildungsverwaltung.

Fragen an Politiker zur Entwicklung der Eliteschulen des Sports

In Zeiten des Wahlkampfes erklären sich unsere Politiker gern. Im Portal abgeordnetenwatch.de bat ich, die folgenden Fragen zu beantworten. Die Stellungnahmen veröffentliche ich in der Reihenfolge des Eingangs.

  1. Worauf führen Sie den dramatischen Schülerrückgang an der Poelchau-Oberschule zum neuen Schuljahr zurück?
  2. Was werden Sie unternehmen, um die Schule wieder attraktiver zu machen?
  3. Welchen Schultyp halten Sie für eine Eliteschule des Sports für wünschenswert?
  4. Sollen nach Ihrer Meinung Schülerinnen und Schüler, deren sportliche Leistung nicht mehr der Norm entspricht, die Eliteschule verlassen oder soll ihnen an der Schule ein anderes Angebot gemacht werden?
  5. Wie könnte ein solches Angebot ggf. aussehen?
  6. Halten Sie den Einfluss von Sportvereinen (z.B. Hertha BSC) auf die Arbeit an der Eliteschule für angemessen, zu stark oder zu schwach?

Inzwischen sind 10 Antworten eingegangen …

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Juli 2016

Leserbrief zum Artikel „Moderne Schulen braucht die Stadt“

(zum Kommentar in der Berliner Zeitung vom 19.07.2016 „Moderne Schulen braucht die Stadt“ von Martin Klesmann)

von Rüdiger Barney

… und eine moderne, offene, an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler orientierte Bildungsverwaltung. Lang ist es her, als die allseits geachteten, auch gefürchtete Hanna-Renata Laurien dafür ein schillerndes Beispiel gab. Was ist es denn, was die unvergessene Schulsenatorin ausmacht und was Frau Scheeres offenbar nicht hat: Zum einen fehlt es an Charisma, aber geschenkt. Viel entscheidender scheint mir zu sein, dass Frau Laurien ihre Verwaltung „im Griff“ hatte, immer im Bilde war und sich stets das letzte Wort erbat. Und: Frau Laurien hatte es mit Leitungsbeamten unterschiedlicher Provenienz und Parteizugehörigkeit und, vor allem, Zivilcourage zu tun. Die bis zum kleinen Schulrat herunterdeklinierte SPD- Gesellschaft der heutigen Bildungsverwaltung scheint vorrangig an der eigenen Karriere zu basteln, dabei – so wird hinter der vorgehaltenen Hand berichtet – werden fernsehreife Intrigen vom Feinsten gesponnen. Und die Senatorin wandert treu und ahnungslos von Schule zu Schule, der Staatssekretär spinnt die Fäden im Hintergrund. Das Problem der Berliner Schule liegt nicht entscheidend in der Person der Senatorin, es liegt im Filz der Berliner SPD. Berliner Schülerinnen und Schüler haben eine innovative Bildungsverwaltung verdient. Dabei ist es letztlich auch nicht entscheidend, ob das Ressort Bildung im Herbst von der CDU, den Grünen, der Linken oder vielleicht der FDP übernommen wird. Ceterem Censeo: die jahrzehntelange SPD-Vorherrschaft gehört dringend abgelöst!

Mai 2016

Für Rio schon zu spät!

Nachwuchsförderung muss auf den Prüfstand
von Rüdiger Barney


Um es gleich vorweg zu sagen: Den Fußball nehme ich raus, aus zweierlei Gründen. Erstens sprengt er durch exorbitante Geldbeträge alle sittlich-moralischen Grenzen und Normen und entzieht sich damit jeglicher vergleichbarer Beurteilung. Und zweitens scheint die Öffentlichkeit in dieser Frage, wohl wegen der unvergleichlichen Ausstrahlungskraft, nicht sonderlich gesprächsbereit. Der Fußball
ist sozusagen sakrosankt! (mehr …)

Wie geht’s weiter? Null Info …

“Willkommenskinder“ an der Poelchau-Oberschule?

“Willkommenskinder“ an der Poelchau-Oberschule?

Zum Schülerschwund an der Poelchau-Oberschule

Es ist ja nicht so, als würde es die sportaffine Berliner Community kalt lassen, wie es denn nun mit den drei Eliteschulen der Stadt weitergehen soll – nach den bekannt gewordenen dramatischen Einbrüchen bei den Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr. Da durfte man doch mit vorsichtigem Optimismus und gespannt auf den vergangenen Montag (9.5.2016) schauen: Schulbehörde, Schulleiter und Sportgranden trafen sich zur „Krisensitzung“. (mehr …)